24 Nov

Unser Institutsprojekt: Digitale Schulentwicklung

Dies ist ein Kooperationsaufruf! Jeder Fortbildungsträger, der etwas auf sich hält, beteiligt sich jetzt an der Digitalisierung von Schule. Gelder gibt es reichlich, Unterstützungsbedarf von Schulen ebenfalls. Wir, mit unserem Fokus auf Prozesse der inneren Selbstentwicklung von Bildungseinrichtungen, wollen unsere Frage einbringen: Wie konstruiert die einzelne Schule um ihren physischen Lernraum (den dritten Pädagogen) herum ihren digitalen Lernraum (eine Art vierter Pädagoge)? Doch wir wollen kein neues Projekt auflegen. Wir möchten graswurzelartig in laufende Projekte hineinwirken, mit Fortbildungsträgern kooperieren, die die digitale Qualifizierung von Lehrkräften und digitale Schulentwicklung vorantreiben.

Sind Sie so ein Träger? Können Sie sich vorstellen, uns mit ins Boot zu holen? Wir bieten Ihnen an, mit Ihnen zusammen einen Fokus auf Ihr Projekt zu nehmen, das – so unser Eindruck – in den meisten Projekten noch geschärft werden kann: Die digitale Ausgestaltung der Schule als Element des Prozesses systemischer Selbst-Entwicklung!  

Die sich rasant entwickelnden Möglichkeiten des digitalen Lernraums bieten vor allem neue Möglichkeiten zur Gestaltung von Lernwerkzeugen. Das Design der Lernwerkzeuge beeinflusst deren Nutzung, also die pädagogische Praxis der Schulen, die sich auf diese digitalen Werkzeuge einlassen:  Mit welchen digitalen Medien und digitalen Werkzeugen will die Schule ihren Lernraum digital erweitern? Wie sollen die Werkzeuge genutzt werden, um der Pädagogik der Schule zu genügen?

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20 Nov

Winterhoff im SPIEGEL: Ist die Personalisierung von Problemen Teil des Problems?

Handpuppe: Hexe (Uzbekistan)

„Ich verstehe nicht,“ zitiert der SPIEGEL von dieser Woche (Ausgabe 13.11.2021) ein 16-jähriges Mädchen, „dass der Winterhoff die ganze Zeit damit durchgekommen ist.“ Die Illustrierte ergänzt: „Niemand versteht es“ (S. 57). Wir fragen: Vielleicht doch? Braucht es einen anderen Ansatz als Schuldigen-Suche, sondern eher einen Schutzraum zur Entwicklung gemeinsamer Verantwortung? Unser Vorschlag für einen Kulturwandel bei den Trägern der Jugendhilfe.

Eine 16-jährige mag wirklich noch nicht verstehen, wie unser System der Jugendhilfe Skandale wie die Auslieferung von Schutzbefohlenen an „Psycho-Experten“ vom Typ Winterhoff produzieren kann. Die Schreibenden des bekannten Politik-Magazins müssten es eigentlich verstehen. Vielleicht wollen sie darüber aber lieber nicht schreiben? Zudem stecken sie in derselben Kalamität wie die ARD-Redakteure, die „und wir Medien haben ihn groß gemacht“ bekennen. „Groß machen“ funktionierte in diesem Fall, weil ein gesellschaftliches Bedürfnis, Behördenstrukturen und personalisierbare Sensation („Erziehungskatastrophe“) zusammenpassten.

Soll nun mit denselben Mitteln, nämlich Skandalisierung einer Person, einer wieder „klein gemacht“ werden? Das ist uns einfach zu einfach! Wenn am Ende dieses Prozesses Winterhoff „entthront“ würde, wäre das auch in Bezug auf seinen Einfluss in der Schulpädagogik sehr wünschenswert. Was aber als ungelöster Knoten liegenbliebe, wäre die Gemengelage aus Sehnsucht nach einfachen Lösungen, Behördenhierarchien, die den einzelnen aus seiner Verantwortung zu entlassen scheinen und Nicht-Gehört-Werden von Hilfebedürftigen.

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17 Nov

Thema Nachhaltigkeit: heterogen

26. UN-Klimakonferenz & MINT – Blicke auf unsere Zukunft

In den beiden letzten Wochen tagten nicht nur Verantwortliche der Länder der Welt in Glasgow – zur Vereinbarung gemeinsamer Ziele im Kampf gegen die Klimakrise. Es fand auch die zweite Runde der Workshops zur Unterrichtseitwicklung nach dem Erweiterten Mint-Konzept an einer westdeutschen Gesamtschule statt – Arbeit am Ziel der Schule, die Nachhaltigkeitskompetenzen aller Lernenden zukunftsorientiert zu entwickeln. Was hat das Erweiterte MINT-Konzept mit dem Ringen um die Bewältigung der Klimakrise zu tun?

In der Abschlusserklärung der Welt-Klima-Konferenz wurde das Ziel des Ausstiegs aus der Kohle als Energieträger in letzter Minute verwässert. Statt phase out für Kohle und Kohle-Subventionen steht dort nun phase down . Aus Sicht der Pädagogik ist die Differenz nicht so gravierend:

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11 Nov

Gute Kooperation von Regel- und Förderpädagog*innen an Schulen des gemeinsamen Lernens – wie kann sie gelingen?

Unsre Teammitglieder machen immer mal wieder Fortbildungen in Zusammenarbeit mit Kooperationspartnern des Instituts. Diese bieten oft den Einstieg in Beratung pädagogischer Einrichtungen wie Schulen bei der Selbst-Entwicklung – getreu unserm Leitbild, dass autonome Schulen sich selbst entwickeln, dabei externe Unterstützung im Prozess jedoch sehr hilfreich ist. Zu einer Fortbildung zum Thema dieses Blogs, veranstaltet durch unseren Kooperationspartner Forum Eltern/Schule– Austausch und Begegnung in Dortmund traf sich kürzlich eine heterogene Gruppe von Lehrkräften recht unterschiedlicher Schulen. Die Lehrkräfte einte das Ziel, ihre Schule im Inneren weiterzuentwickeln: Eine professionelle Kooperation zwischen den Perspektiven der Kolleg*innen zu stiften, bei der sich deren unterschiedliche pädagogische Blickwinkel (vor allem die Perspektive der Förderlehrkräfte ist ein knappes Gut an inklusiv aufgestellten Schulen) mit dem Ziel der bestmöglichen individuellen Förderung aller Schüler*innen einer Lerngruppe zu verknüpfen.

Die Abbildung visualisiert den ersten Pädagogen (Lerngruppe mit den Peer-Groups), den zweiten Pädagogen (den Kranz der Mitarbeitenden in der pädagogischen Einrichtung Schule) und den Lernraum als dritten Pädagogen, indem er die Personen bzw. dort existenzen Subsysteme zeigt. In der Mitte steht das einzelnen lernende Kind (Smily).

Total angefixt war der Teilnehmerkreis durch die Grundidee der systemischen Pädagogik: Schule ist ein System, das sich aus vielfältigen Subsystemen zusammensetzt. In jedem Teilsystem, dem eine Lehrperson angehört, hat sie eine spezifische Funktion, die sich aus der Zusammensetzung und dem Auftrag der Gruppe ergibt. Jede Lehrkraft der Schule ist gleichzeitig in etlichen Systemen als Person vertreten. Sie benötigt dort eine klare Aufgabenbeschreibung und einen guten Zugang zu den Arbeitsprozessen innerhalb der Gruppe. Die jeweilige Funktion übt die Lehrkraft mit ihrer individuellen Identität aus: Eine andere Person würde die gleiche Funktion vielleicht in ganz anderer Weise ausüben. Wesentlich ist dabei lediglich, dass das Subsystem als solches die ihm übertragenen Aufgaben erfolgreich bewältigt. In gut lesbarer Weise beschreibt das Palmowski (Literaturhinweis am Ende des Beitrags).

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03 Nov

Nachgedacht: Welche Vorstellungen von Unterricht stehen hinter der „Demaskierung am Platz“?

In NRW dürfen am Platz sitzende Schüler*innen neuerdings die Maske abnehmen. Wahrscheinlich geht Ihnen das Masken-Themen genauso auf den Nerv wie uns. Leider fordern Virus und Schutzmaßnahmen bei steigenden Infektionszahlen Schulen aber weiterhin heraus. Pandemie-Bewältigung gehört zur pädagogischen Gegenwart. Allerdings demaskiert das WIE die pädagogische Haltung einer Schule. Anlass, das Maskenthema heute aufzugreifen ist ein Beitrag einer Regionalzeitung „Grundschul-Alltag in Corona-Zeiten – Gelassenheit in der 1c“ aus einer Landgemeinde im Münsterland.

Der Redakteur stellt eine lehrerzentrierte Sequenz aus dem Schreiblehrgang dar: Die Lehrkraft spricht 21 Erstklässler-Lernenden das Wort „Lampe“ vor, mehrfach, einmal besonders deutlich ohne Maske. Dann bemühen sich alle, das Wort in ihr Heft zu schreiben. Der Redakteur resümiert: Hier scheint die Pandemie den Unterricht kaum zu beinträchtigen. Wir meinen: Da hätte er genauer hinschauen dürfen!

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