16 Jan

„Impeachment!“ oder „Störungen haben Vorrang!“

Heute machen wir ein Gedankenexperiment: Wir deuten das aktuelle Agieren des amerikanischen Präsidenten mit dem Förderblick der Pädagogik, so wie es in inklusiven Lerngruppen heterogenitätsgerechter Schulen Stand der Technik ist. Aus diesem Blickwinkel erscheint das Auftreten Donald Trumps im Zusammenhang mit der Erstürmung des Capitols wie das entfesselte Auftreten eines Kindes mit dem Syndrom der sozial-emotionalen Entwicklungsstörung. Was für Konsequenzen ergeben sich bei dieser Sicht auf die Dinge für das eingeleitete Verfahren der Amtsenthebung?

Störungen haben Vorrang! ist ein Grundsatz der systemischen Pädagogik. Störungen mögen nerven, aber sie sind wichtig, denn sie zeigen Fehler im Zusammenwirken der sozialen Strukturen an, so wie die rote Warnlampe im Auto, wenn dem Motor ein kritischer Zustand droht. Weggucken wäre fahrlässig.

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14 Nov

Coronaleugner – Ergebnis verfehlter schulischer Bildung?

Harter Tobak: Heute denken wir darüber noch, ob es einen Zusammenhang zwischen schulischer Bildung und sozial-emotionalen Störungen gibt und wie ein Förderpädagoge die Politik beraten würde.

Letztes Wochenende meldete das RKI 22000 tägliche Neuinfektionen und die ARD 30000 Corona-Leugner in der Leipziger Innenstadt, ohne Abstand und Masken. Geht‘s noch? Demonstranten ohne Bewusstsein für soziale Verantwortung, rücksichtslos Infektionen verbreitend, das eigene Freiheits-Feeling verabsolutierend?

Aus Sicht des systemischen Pädagogen erfüllen Menschen, die so handeln, den Fördertatbestand Störung der sozial-emotionalen Entwicklung (ESE). Ihnen geht die Fähigkeit ab, das eigene Handeln in sozial verantwortlicher Weise so auf die Bedürfnisse anderer Menschen abzustimmen, dass das Wohlergehen aller bestmöglichst gefördert wird.

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