27 Mrz

Pädagogik der Gegenwart in Bus&Bahn

Mal anders über die Zukunft unserer Fortbewegung nachgedacht...

Die Beratungstätigkeit ist für uns Mitglieder des IfpB natürlich nur eine von vielen Elementen unseres Lebens. Wir machen Beobachtungen in der Gegenwart, besuchen zum Beispiel Blumengeschäfte (26.2.2021, Homeschooling bei der Blumenfee), engagieren uns in der Zivilgesellschaft – etwas Pädagogik ist dabei immer im Spiel – unvermeidlich und offenbar eine Frage des Blickwinkels. Beispielsweise bei der Teilnahme eines Mitglieds unserer Beratenden-Gruppe am digitalen ÖffiCON-Kongress „Nahverkehr neu denken“ am vergangenen Wochenende.

Bus & Bahn – was haben die mit Pädagogik zu tun? Mit Gegenwart – o.k., das sicherlich. Die Verkehrswende hin zum Umweltverbund, die Stärkung des öffentlichen Personen-Nahverkehrs ist zweifelsohne eines der wichtigen Transformationsvorhaben zum Klimawandel. Der Sektor Verkehr/Mobilität zeigt bisher wenig Neigung, zum zwingenden Rückgang fossilen CO2-Ausstoßes beizutragen.

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11 Mrz

Haltung und Heterogenität

Achtung Praxis! Heute haben wir etwas Besonderes für Sie: Eine Impression aus dem Distanzlernen in der harten Lockdownzeit in einer jahrgangsgemischten (1+2) Grundschulklasse.

Nicht jede*r ein Einstein, aber eben doch auf eigene Weise

Eine Lehrkraft hat uns diesen Beitrag geschickt. Es sind zwei Beispiele für Schüler*innenlösungen beim Freien Schreiben. Die beiden Texte sind in ihrer großen Unterschiedlichkeit ein schönes Beispiel für die Vielfalt in der Gruppe und aus unserer Sicht auch ein ganz besonderes Beispiel für die Haltung dieser Lehrkraft: Die großen Unterschiede annehmen, das gemeinsame Lernen in der jahrgangsgemischten Gruppe als lebendig, spannend, effektiv wahrnehmen und aus dieser Denkweise die Vorteile gemeinsamen Lernens ziehen… Die Lehrkraft betont, dass auch für sie selber als Lehrende die Heterogenität der Gruppe eine Quelle der Inspiration ist.

Und wir wünschen uns, dass in vielen deutschen Schulstuben dieser Geist von Empathie, gemischt mit dem Wissen um die würdevolle Einzigartigkeit von Kindern walten würde!

Bühne frei für zwei Grundschüler-Texte. Freies Schreiben einer Hundegeschichte im Haustierprojekt, Anregung über Bilder, hier zwei Ergebnisse, die die Vielfalt im Schreiben und die Heterogenität der Gruppe wunderbar zeigen…

  1. Der neue Freund
    Autorin: ein Mädchen im 2. Jg
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03 Mrz

Mind the gap

Jetzt aufpassen, dass nichts verloren geht!

“Mind the gap between platform and train!“ Wer kennt sie nicht, die Automatenstimme der Londoner U-Bahn, inzwischen in vielen Sprachen kopiert, Weckruf für jeden, der sich um Inklusion bemüht? Daran denke ich unwillkürlich, wenn ich Schulen pädagogisch berate, die sehnsüchtig darauf warten, dass Schüler*innen wieder ins Schulhaus strömen. Wo wir beraten, klappt das digitale Lernen auf Distanz inzwischen ganz gut. Zunehmend überwinden die Lernenden im Homeschooling erst die technischen (zu Datenschutz und digitalem Lernen der aktuelle ZEIT-Artikel), dann die mentalen Barrieren und kommen mittels der digitalen Werkzeuge der Kommunikation in Kontakt – mit ihren Peers beim Lernen und mit ihren Lehrpersonen.

Nun erfahren unsere Schulen, dass Digitalität beim Gestalten von Lernen nicht nur Nachteile, sondern auch Vorteile hat.

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26 Feb

Homeschooling bei der Blumenfee

Unsere Beraterin geht heute Blumenkaufen (in Niedersachsen geht das wieder). Zur Grundschule gegenüber bringen wenige Eltern ihre Kinder, fahren schnell weiter, winken hektisch. Notbetreuung. Die Schulen machen das und zum Teil Wechselunterricht, hauptsächlich aber ist Homeschooling angesagt. Die Beraterin denkt an die Mutter, die vor vielen Jahren ihr Kind sozusagen „under cover“ an einer Ganztagsschule anmeldet. Sie fürchtete das Gerede der Nachbarn, will aber wieder berufstätig sein . Das ist ja wohl nicht mehr so. Aber: Was machen im Moment alle die berufstätigen Frauen und Männer, die ihr Kind den ganzen Tag zu Hause haben? Die Hauptlast tragen wieder die Frauen, hört die Beraterin einen Politiker reden und denkt etwas zynisch: Die sind gerade von den Nachhilfelehrerinnen der Nation zu Haupt-Lehrerinnen aufgestiegen. Und sind abhängig davon, wie die Schulen ihren Job machen. Ob sie die Kinder anleiten, sich gegenseitig zu helfen, ob die Schüler*innen Feedback von ihren Lehrpersonen bekommen, der soziale Zusammenhalt gepflegt wird.Ach, auf uns hört ja grad wieder keiner, denkt die Beraterin etwas resigniert und selbstironisch.

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22 Feb

Sozialpädagogik meets Schulpädagogik

Freundlichkeit hinter Meeting-Kacheln
Unser Schulentwicklungsberater ist heute digital zu Gast bei Lehrenden der Sozialpädagogik, Hauptreferat: Dietrich Benner

Wir, das IfpB, sind eine professionelle Lerngemeinschaft von Pädagogik-Treibenden aus verschiedenen Sparten. Bei unserer Teamarbeit gucken wir dabei gerne mal in den Kochtopf der anderen. Spannend! Ich arbeite, als gelernte Lehrkraft und Organisationsentwickler, im Sektor der Schulpädagogik. Ein Kollege beackert das Feld der Schulpädagogik. Als Technik-Support unterstütze ich ihn bei der digitalen Durchführung einer Konferenz von Lehrenden der Sozialpädagogik.

Das Hauptreferat hält Dietrich Benner. Herrn Benner kenne ich schon seit Studientagen und aus  Vorhaben der Schulentwicklung im Lande. Ich schätze ihn total, diesen redegewandten und absolut freundlichen älteren Herrn. So wie er möchte ich auch mal werden, wenn ich alt bin. Er hat sich sehr verdient gemacht durch sein Engagement für die echte Integration von Schul- und von Sozialpädagogik-Kräften im schulischen Alltag. Das Modellprojekt dazu war die Wartburg-Grundschule in Münster, vor einem Jahrzehnt Trägerin des deutschen Schulpreises.

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13 Feb

Eine Frage des Blickwinkels

Unser Schulentwicklungsberater hat ferngesehen. ARD-Brennpunkt! Nun ist er ein bisschen böse und möchte Ihnen sagen: Glauben Sie das nicht! Distanzunterricht ist wie Präsenzunterricht eine Frage der Einstellung. Wir brauchen schülerzentrierte Lernformen – hier wie dort.

Der Tenor der Sendung: „Distanzunterricht klappt nicht. Gerade die Bildungsfernen werden abgehängt. Daher müssen alle Schüler*innen dringend wieder zurück ins Schulhaus. Schule, du heile Bildungsanstalt, alle vermissen dich!“ Das wollte die ARD im Brennpunkt am Mittwoch nach dem Tagen der Bund-Länder-Kommission beweisen. Der Versuch ist komplett missglückt!

Gezeigt wurde eine Realschul-Lehrkraft. Inkognito, das Gesicht verpixelt, mit nachgesprochener Stimme. Angeblich, damit sie keinen Ärger mit ihrer Schulaufsicht bekommt. Das klassische Klischee: Eine Ohrfeige für jede engagiert arbeitende Beamtin in der Behörde, die die Lehrkraft für ihren Einsatz sicherlich gelobt hätte. Was soll das – ARD?

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01 Feb

Digitale Barriere Lehrperson?

Vor wenigen Tagen zeigte die 20-Uhr-Tagesschau  ein Berliner Grundschulkind bei der Hausaufgabenbetreuung. Der Reporter fragt: „Hast du denn gar keinen Videounterricht?“ Das Kind antwortet traurig: „Nein. Ich hole mir montags eine Tüte mit Aufgaben. Freitag bringe ich sie wieder hin. Meine Lehrerin sehe ich gar nicht.“ Bitter für uns IfpB-ler, solche Bilder im Fernsehen zu sehen.

Droht also die Bildungskatastrophe für die Schüler*innen, deren die Eltern die Aufgabe als Hauslehrer nicht wahrnehmen können? Bildungsforscher halten für bewiesen, dass Lernen auf Distanz weniger wirksam sei als Unterricht im Live-Kontakt zur Lehrperson.

Doch das stimmt so pauschal nicht. Das zeigen die Erfahrungen unserer Schulen, die im Lockdown gut dastehen.

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16 Jan

„Impeachment!“ oder „Störungen haben Vorrang!“

Heute machen wir ein Gedankenexperiment: Wir deuten das aktuelle Agieren des amerikanischen Präsidenten mit dem Förderblick der Pädagogik, so wie es in inklusiven Lerngruppen heterogenitätsgerechter Schulen Stand der Technik ist. Aus diesem Blickwinkel erscheint das Auftreten Donald Trumps im Zusammenhang mit der Erstürmung des Capitols wie das entfesselte Auftreten eines Kindes mit dem Syndrom der sozial-emotionalen Entwicklungsstörung. Was für Konsequenzen ergeben sich bei dieser Sicht auf die Dinge für das eingeleitete Verfahren der Amtsenthebung?

Störungen haben Vorrang! ist ein Grundsatz der systemischen Pädagogik. Störungen mögen nerven, aber sie sind wichtig, denn sie zeigen Fehler im Zusammenwirken der sozialen Strukturen an, so wie die rote Warnlampe im Auto, wenn dem Motor ein kritischer Zustand droht. Weggucken wäre fahrlässig.

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07 Jan

Schule zu! Und nu?

Butter bei die Fische! sagen wir.

Viele haben es nicht geglaubt, aber es passiert nun doch: Landauf, landab sind die Schulen zu, die Schüler*innen zu Hause und die Lehrkräfte im Homeoffice. Unter dem Aspekt der Betreuung der Kinder berufstätiger Eltern ist das hochproblematisch –für die Eltern, für die Kinder, für unser Wirtschaftssystem und damit für unsere Zukunft. Das stellt auch unser Institut für pädagogische Beratung nicht in Frage.

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29 Dez

Mein Corona-Jahr 2020

Viel Enttäuschendes hat unser Schulentwicklungsberater 2020 erlebt, aber auch ungeheuer aus den besonderen Gegebenheiten gelernt. Am Ende ist er sogar euphorisch und verspricht, uns alle in ein neues Jahr 2021 zu begleiten, in dem es ganz besonders erfreuliche Entwicklungen im Bildungsbereich geben kann.

Alles war anders in diesem Jahr. Wie wohl das neue wird?
Wir wünschen Ihnen viele pädagogische und unpädagogische Glücksmomente!

Ein Ausnahmejahr neigt sich dem Ende zu. Zwischen den Jahren ist – auch bei uns im IfpB – Luft nachzudenken: Was ist anders geworden?

Ich habe unendlich viel Neues gelernt in diesem merkwürdigen Pandemie-Jahr. Den Prozess des Lernens mit allen seinen Irrungen, Wendungen und Wirrungen habe ich seit vielen Jahren nicht mehr so intensiv erlebt.

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