27 Dez

Weihnachtsgeschenk: Seneca-Studie

Wir betrachten diese Studie und diesen Text von Klaus Zierer (Professor für Schulpädagogik an der Uni Augsburg) in der ZEIT (Nr. 54 vom 23. Dezember 2020) als ein Weihnachtsgeschenk an Schulen und Eltern. Nicht weil die Ergebnisse sensationell sind, sondern weil der Hinweis darauf, dass Schule immer auch Beziehungsarbeit ist, so gut zum Wiederanfang des Präsenzunterrichts passt.

Gerade wollen wir vom IfpB Mein Corona-Jahr schreiben, da flattert mit der Weihnachtausgabe der ZEIT ein echtes Geschenk für Pädagogen ins Haus.

Dort steht es nun noch einmal als Ergebnis einer Befragung und für alle zum Mitbuchstabieren: Schüler gehen gerne in die Schule, weil sie dort ihre Freunde treffen wollen. In den ersten Schuljahren ist die Lehrerin noch ganz wichtig, später wird es immer mehr die Peer-Group. Das ist dann auch oft die Bindung, die bleibt und die mit grundlegend ist für den Lernfortschritt – meistens jedenfalls.

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26 Nov

Politiker als Pädagogen

Heute möchten wir Ihnen mit dem Vierstufen-Entwicklungsmodell von Piaget erklären, dass Politiker auch mal pädagogisch handeln können.

Die Kaskade von Eriwan hat erheblich mehr Stufen (572) als das Entwicklungsmodell von Piaget (4). Wir nehmen heute diesen gewaltigen Treppenkomplex mitten in der armenischen Haupstadt nicht nur als Bild für Stufen, sondern auch zur Einnerung daran, dass politisches Handlen oft schwer zu erklären ist (Rücktritt vieler Minister wg Bergkarabach). Unsere Politiker haben aber gestern Abend eine guten Job gemacht durch mehrstufiges Erklären.

Gestern, im Laufe des Abends, traten Angela Merkel, Michael Müller und Markus Söder vor die Bundespressekonferenz. Sie teilten die Ergebnisse der Bund-Länder-Beratungen zu den weiteren Maßnahmen in der Corona-Krise bis zum Jahreswechsel vor. Politik eben. Wieso äußert sich das Blog-Team des IfpB dazu?

Weil Politik viel mit Pädagogik zu tun hat! Pädagog*innen nehmen Einfluss auf das Handeln von Personen in entwicklungsfördernder Absicht. Ihr Handwerkszeug kommt ins Spiel, wenn derjenige, der auf das Verhalten anderer einwirken will, in einer schwachen Position ist. Wenn er nicht die Macht hat, das gewünschte Handeln durchzusetzen. Wenn er darauf angewiesen ist, dass Menschen aus eigener Einsicht und selbstverantwortlich  vernünftig handeln. So wie in der Corona-Krise.

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14 Nov

Coronaleugner – Ergebnis verfehlter schulischer Bildung?

Harter Tobak: Heute denken wir darüber noch, ob es einen Zusammenhang zwischen schulischer Bildung und sozial-emotionalen Störungen gibt und wie ein Förderpädagoge die Politik beraten würde.

Letztes Wochenende meldete das RKI 22000 tägliche Neuinfektionen und die ARD 30000 Corona-Leugner in der Leipziger Innenstadt, ohne Abstand und Masken. Geht‘s noch? Demonstranten ohne Bewusstsein für soziale Verantwortung, rücksichtslos Infektionen verbreitend, das eigene Freiheits-Feeling verabsolutierend?

Aus Sicht des systemischen Pädagogen erfüllen Menschen, die so handeln, den Fördertatbestand Störung der sozial-emotionalen Entwicklung (ESE). Ihnen geht die Fähigkeit ab, das eigene Handeln in sozial verantwortlicher Weise so auf die Bedürfnisse anderer Menschen abzustimmen, dass das Wohlergehen aller bestmöglichst gefördert wird.

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